Samstag

01.04.2017

20:00 Uhr

RADIO HAVANNA / EINSTURZ / ZOI!S

VVK: 12 Euro

AK: 15 Euro

RADIO HAVANNA
Wie viel Pop darf Punk? Wie viel Politik verträgt eine anständige Party? Wenn es nach Radio Havanna geht: Eine Menge! Das Berliner Quartett lotet auf seinem neuen Album die Sphären zwischen Antifa und Amüsement, zwischen Pogo und Pop aus. "Unsere Stadt Brennt" ist dabei nicht nur ein flammendes Fanal für die Unversöhnlichkeit mit dem Zustand unserer Gesellschaft, sondern auch ein hymnisches Monster, eine umwerfende Partyplatte, deren Refrains sprichwörtlich ins Herz schießen!

Dabei machen Radio Havanna bereits seit Jahren deutsche Bühnen unsicher. Angefangen als wütende Thüringer Provinzteenager hat sich die – inzwischen nach Berlin umgezogene – Band zu einer der wichtigsten politischen Sprachrohre der jungen Rockmusikszene Deutschlands entwickelt. Insbesondere ihr drittes Album "Lauter Zweifel" (2010) sowie der Nachfolger "Alerta" (2012) wurden begleitet von einfallsreichen und ungewöhnlichen Aktionen: Radio Havanna sammelten tausende Euro für die Hilfsorganisation "Oxfam", organisierten öffentlichkeitswirksame Kampagnen für "Free Pussy Riot", "Kein Bock Auf Nazis" und viele weitere linke Organisationen, arbeiteten musikalisch mit Jim Lindberg (Pennywise) zugunsten der "Skate Aid" Stiftung zusammen und nahmen mit Justin Sane (Anti-Flag) den Protestsong "Flüstern, Rufen, Schreien" auf.

Musikalisch gewachsen und lyrisch gereift bündeln die vier Berliner ihre Energie in "Unsere Stadt Brennt" – einem Album, das eine Gratwanderung bedeutet und auslotet, wie weit sozial engagierter Punkrock anno 2015 gehen kann. Bereits der erste Song, die Flüchtlings-Hymne "Schiffbruch", macht klar, dass die pubertäre Wut der Band keineswegs verschwunden ist. Sie kann ihre Adressaten – die europäische Politik der Abschottung – aber klarer benennen und kommt gleichzeitig in einer komplexen musikalischen Struktur und mit erfrischendem Sound daher. Ähnlich trojanisch geht "Unnormal" vor, das deutlich wie selten zuvor für Respekt und gegen Ausgrenzung derjenigen plädiert, die in Deutschland allzu oft als "fremd" oder "anders" gelten. Destruktiv und schnodderig erhebt hingegen "Kaputt" seinen Lobgesang auf den Weltschmerz.

Doch Radio Havanna können auch anders: "Raketen" ist ein unfassbarer Ohrwurm, dessen Text die genaue Richtung (Feuerwerk oder Fußballpyro) offen lässt und sich dennoch bereits nach wenigen Sekunden zu einem mächtigen Radiohit mausert. Ebenso "Dynamit", eine der schönsten Sing-a-long-Hymnen des Jahres mit sprichwörtlich explosivem Potential. Das Lied überrascht außerdem mit Klavier-Parts, die man in dieser Form nicht bei Radio Havanna erwartet hätte und die daher für die musikalischen Horizonterweiterung der Band sprechen. Diese Vielseitigkeit im Detail findet sich auf vielen weiteren Tracks des neuen Albums wieder – etwa in der ruhigen Instrumentierung bei "Glasherz" oder gar den Reggae-Dub-artigen Parts zum Abschluss im Titel-Track "Unsere Stadt Brennt". Für diese Balance aus Catchiness und Charisma waren im Studio die Produzenten Andi Jung (Beatsteaks, Bela B., Seeed) und Archi Alert (Terrorgruppe, K.I.Z.) verantwortlich.

Das Album erscheint in mehreren Varianten und ist ab dem 1. Dezember 2014 vorbestellbar. Neben der Standard-CD Version wird eine limitierte LP-Auflage (orangenes Vinyl + Downloadcode), eine Deluxe iTunes Version (inklusive Bonus-Track und digitalem Booklet) sowie ein Deluxe-Boxset exklusiv bei Amazon.de erscheinen.

Das unbändige Engagement Radio Havannas in insgesamt über 400 Konzerten blieb auch den musikalischen Riesen der Szene nicht verborgen – was ihnen in den vergangenen Jahren eine USA-Tour sowie unzählige hochkarätige Support-Shows mit den Toten Hosen, Anti-Flag aber auch No Use for a Name und Lagwagon einbrachte. Radio Havanna nutzen diesen Rückenwind und sind bereits ab Dezember 2014 auf Albumtournee, auf der sie "Unsere Stadt Brennt" deutschlandweit vorstellen werden.

 

EINSTURZ
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Einsturz, Punkrock seit 1997, macht sich zum 20- jährigen Bandbestehen auf die Reise die Bühnen
dieser Welt zu entern. Die Punkpiraten aus dem vertrunkenen tiefsten Oldenburger Münsterland
brechen auf um das zu tun, was sie am besten können – Punkrock!
Einsturz, das ist feinsinniger deutschsprachiger Punkrock ohne platte Parolen oder Plattitüden.
Musikalisch gibt es mittelschnellen Punkrock zu hören, der einem mit jedem Song immer weiter ins
Ohr geht. Textlich breit gefächert und sehr kreativ geschrieben, bekommt die Gesellschaft ordentlich
eins auf den Deckel.
Die 5 Jungs haben Anspruch an ihren PunkRock und haben mehr drauf als Kellerattitüden. Hier
werden flotte Songs zum Mitsingen und Abfeiern mit verständlichem Gesang und melodiöser
Begleitung geboten.

 

ZOI!S
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Gegründet im Sommer 2013 suchten und fanden Zoi!s ihre eigene Definition des Post-Punks. Kalte, manchmal Delay-getränkte Gitarren, ein angezerrter Bass und ein stets druckvolles Schlagzeug formen zusammen mit gesellschaftskritischen Texten „Anti-Hymnen auf die Generation „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen!““ (aus: „Zoi!s – Nichts passiert“, Demo des Monats / Visions 275), ohne dabei durch oft gehörte, triviale Phrasen Klischees zu bedienen. Post-Punk mit lyrischer Direktheit und instrumental straight nach vorne gehenden Songs. Seit ihrer Gründung erhielten Zoi!s immer wieder die Möglichkeit sich zu beweisen. So spielten sie unter anderem bereits zweimal mit Turbostaat vor ausverkauften Sälen und durften auch bei dem Abschiedskonzert von Findus im Uebel & Gefährlich ihre Musik einem größeren Publikum vorstellen. „Junge Punk-Bands gibt es wie Sand am Meer der Strände ihrer Heimat, umso besser, dass sie der knallharte Stein sind, an dem die Wellen brechen.“ (Visions 275)

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